Wie soll Leobersdorf wachsen?
Der neue Flächenwidmungs- und Bebauungsplan liegt auf – und er könnte unseren Ort deutlich verändern.
Mehr Betriebsflächen. Mehr Wohnbau. Neue Straßenverbindungen. Höhere Fahrtenzahlen. Was technisch klingt, betrifft ganz konkret unseren Alltag: Verkehr, Bodenverbrauch, Lärm, Sicherheit und Lebensqualität.
Wir von der Bürgerliste Leobersdorf JETZT haben uns die Unterlagen angesehen und sehen mehrere Punkte, die vor einer Entscheidung genauer betrachtet werden müssen.
Lebensqualität statt Flächenfraß
Wir haben bereits in unserem Positionspapier „Lebensqualität statt Flächenfraß“ festgehalten, wofür wir stehen: Entwicklung mit Maß, klare Konzepte vor neuen Widmungen und Entscheidungen, die Leobersdorf als Ganzes im Blick haben. Genau daran muss sich auch der jetzt aufgelegte Flächenwidmungs- und Bebauungsplan messen lassen.
Verkehr
Mehrere Änderungen treffen am Ende auf dieselben Straßen: B18, Betriebsgebiet, Ortszufahrten und A2-Knoten.
Boden
Mehrere Punkte betreffen Grünland und neue Entwicklungsflächen. Versiegelter Boden fehlt langfristig für Wasser, Kühlung, Landwirtschaft und Lebensqualität.
Beteiligung
Noch ist nichts beschlossen. Bürger:innen können jetzt schriftlich Stellung nehmen.
Fünf Änderungspunkte, die viele Fragen aufwerfen
Die folgenden Punkte stammen aus den aufgelegten Unterlagen. Unsere Aufbereitung ersetzt nicht die Originalunterlagen der Gemeinde – soll aber verständlich machen, worum es aus unserer Sicht geht.
Eine mögliche KFZ-Brücke über die Triesting kann ein sinnvoller Baustein sein, um Verkehr rund um Bildungscampus, Pflegeheim und Eventcenter besser zu verteilen.
Wir sehen diese Verbindung nicht grundsätzlich negativ. Im Gegenteil: Sie kann helfen, Verkehrsströme anders zu verteilen und bestimmte Bereiche zu entlasten. Gleichzeitig zeigt genau dieser Punkt, warum Leobersdorf ein Gesamtkonzept braucht. Einzelne Maßnahmen können sinnvoll sein – aber sie müssen gemeinsam betrachtet werden.
Mehr als 90.000 m² Grünland sollen südlich der Günselsdorfer Straße in Bauland-Kerngebiet gewidmet werden.
Das ist eine der größten geplanten Änderungen. Aus unserer Sicht wirft sie zentrale Fragen auf: Wie viel zusätzliche Fläche braucht Leobersdorf wirklich? Welche Auswirkungen hätte eine solche Entwicklung auf Verkehr, Infrastruktur, Bodenverbrauch und Lebensqualität? Und wie passt diese Widmung zu einer Ortsentwicklung mit Maß?
Mehr als 10.000 m² Grünland sollen in Bauland-Wohngebiet umgewidmet werden.
Der Zusatz F4 bedeutet: Die Widmung ist auf 7 Jahre befristet. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass die Fläche zeitnah entwickelt werden könnte. Für uns stellen sich Fragen zu Zeitpunkt, Bedarf und Gesamtwirkung: Warum diese Umwidmung jetzt – und wie passt sie zu Bodenverbrauch, Verkehr und Lebensqualität?
Hier soll auf BVB 220 bzw. BVB 600 geändert werden. Daraus könnten deutlich höhere Fahrtenzahlen entstehen.
Das bedeutet: Je nach Teilfläche wären bis zu 220 bzw. 600 Fahrten pro Hektar und Tag möglich. Bei Betriebsflächen ist dabei auch mit zusätzlichem LKW-Verkehr zu rechnen. Zum Vergleich: Üblich sind 100 Fahrten pro Hektar und Tag für Bauland-Betriebsgebiet.
Nach unserer Abschätzung könnten dadurch bis zu rund 2.700 zusätzliche Fahrten pro Tag möglich werden – mit entsprechendem Druck auf B18, Betriebsgebiet und A2-Auffahrt.
Südlich der Ziegelofengasse soll eine neue Straße entstehen, um die Erweiterung des Betriebsgebiets und angrenzendes Bauland-Kerngebiet zu erschließen.
Gerade dieser Bereich zeigt, warum eine Gesamtbetrachtung nötig ist: Das Land NÖ hat hier bereits früher zusätzliche Verkehrsbelastungen für die Europastraße / L4021 und eine Verschlechterung der Verkehrsqualität im umliegenden Straßennetz thematisiert. Eine dichtere Bebauung dort – also eine Erhöhung der Geschoßflächenzahl – wurde deshalb als problematisch beurteilt.
Warum uns der Verkehr besonders Sorgen macht
Mehr Betriebsflächen, höhere Fahrtenzahlen, neue Straßenverbindungen und zusätzliche Wohnbauflächen treffen am Ende auf dieselben Straßen. Besonders sensibel ist die Achse B18 / Betriebsgebiet / A2-Auffahrt. Schon heute ist die Verkehrssituation dort angespannt.
In einem früheren Verfahren zur Ziegelofengasse wurde bereits festgehalten, dass eine Erhöhung der Geschoßflächenzahl zusätzliche Belastungen für die Europastraße / L4021 auslösen und die Verkehrsqualität im umliegenden Straßennetz verschlechtern kann.
Drei Fragen vor einer Entscheidung
- Wie viel Verkehr entsteht insgesamt?
- Welche Rolle spielen zusätzliche LKW-Fahrten?
- Was bedeutet das für Stau, Lärm, Sicherheit und Umweltbelastung?
Jetzt Stellung nehmen
Noch ist nichts beschlossen. Wenn Du findest, dass Leobersdorf nicht einfach weiter Fläche verbrauchen darf, sondern mit Maß wachsen soll, kannst Du jetzt eine schriftliche Stellungnahme abgeben.
1. Juni 2026
Die Stellungnahme muss so abgegeben werden, dass sie spätestens am 1. Juni 2026 bei der Marktgemeinde Leobersdorf einlangt.
Kurz-Stellungnahme herunterladen
PDF herunterladen, ausdrucken und ausfüllen.
Persönliche Punkte ergänzen
Du kannst die vorgeschlagenen Punkte ankreuzen und eigene Gründe ergänzen.
Abgeben
An die Marktgemeinde Leobersdorf, Rathausplatz 1, 2544 Leobersdorf.
Hilfe bei der Abgabe: Du möchtest nicht selbst aufs Gemeindeamt? Dann kannst Du die unterschriebene Stellungnahme auch rechtzeitig persönlich einem Mitglied der Bürgerliste Leobersdorf JETZT übergeben. Wir geben gesammelte Stellungnahmen fristgerecht an die Gemeinde weiter.
Downloads und Unterlagen
Viele Menschen wollen nur das Formular. Journalist:innen oder sehr Interessierte wollen alle Unterlagen. Deshalb empfehlen wir: einzelne Downloads plus ein Paket „alles auf einmal“.
Für Bürger:innen
Offizielle und ergänzende Unterlagen
Alles gesammelt
Alle Unterlagen in einem Paket für alle, die alles auf einmal herunterladen möchten.
Bildmaterial und Formular-Vorschau
Die Seite erklärt die Inhalte online lesefreundlich. Die gedruckten Seiten können zusätzlich als Vorschau angezeigt und als PDF bereitgestellt werden.
FAQ
Muss ich direkt betroffen sein?
Nein. Es geht um eine öffentliche Auflage. Bürger:innen können schriftlich Stellung nehmen.
Muss meine Stellungnahme lang sein?
Nein. Wichtig sind Name, Adresse, Datum, Unterschrift und eine nachvollziehbare Begründung.
Kann ich den Mustertext verändern?
Ja. Eigene Formulierungen und persönliche Gründe sind ausdrücklich sinnvoll.
Was passiert mit meiner Stellungnahme?
Sie muss im Verfahren behandelt bzw. in Erwägung gezogen werden. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Plan geändert wird – aber jede Stellungnahme macht sichtbar, dass Bürger:innen eine genaue Prüfung erwarten.
Bis wann muss ich abgeben?
Spätestens am 1. Juni 2026 muss die Stellungnahme bei der Marktgemeinde Leobersdorf einlangen.
Wohin damit?
Marktgemeinde Leobersdorf, Rathausplatz 1, 2544 Leobersdorf.
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Abgabe-Adresse
Marktgemeinde Leobersdorf
Rathausplatz 1
2544 Leobersdorf






